Zielsetzung der Holzernte-Verfahrensplattform

1. Besondere Berücksichtigung findet in vorliegender Plattform der Klein- und Kleinstprivatwald, wo ein enorm großes Holzmobilisierungspotenzial liegt.

2. Die Plattform informiert über Fragen der
  • Unfallverhütung, des Arbeitsschutzes und der Ergonomie,
  • Flächenvor- und nachbereitung,
  • Schonung von Boden und Bestand,
  • einsetzbaren Forsttechnik,
  • Wirtschaftlichkeit eines Verfahrens.
3. Über eine Gesamtliste oder ein Auswahlverfahren (Baumart, Baumdimension, Hangneigung) können Holzernteverfahren ausgewählt werden. Mit Symbolen der erforderlichen Holzerntetechnik werden Hinweise gegeben, inwieweit der Einsatz der eigenen Arbeitskraft z.B. für einen Waldbesitzer mit eigener Motorsäge oder eigenen Maschinen und entsprechenden Kenntnissen möglich ist.
In mehreren Tabellenblättern werden die ausgewählten Holzernteverfahren hinsichtlich der
  • naturalen Rahmenbedingungen,
  • erforderlichen Erschließungsmaßnahmen,
  • Beurteilungen zu Umweltverträglichkeit, Arbeitsschutz und Wirtschaftlichkeit und
  • Kosten je Fm
miteinander verglichen.

4. Ein besonderes Augenmerk wird stets auf Belange der Unfallverhütung und des Gesundheitsschutzes gelegt. Die besonderen Risiken der Arbeit im Wald werden benannt.

5. Da im Rahmen dieser Plattform die stoffliche Holznutzung im Vordergrund steht, wird auf eine Aufzählung der Verfahren der Energieholzgewinnung verzichtet. Einen vollständigen Überblick der aktuellen Holzernteverfahren einschließlich Sturmholzaufarbeitung und Energieholzgewinnung bietet die Holzernte-CD des KWF. Sie kann über das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. Groß-Umstadt bezogen werden.



Klein-Technik im Wald


Die Klein-Technik im Wald bzw. englisch Smale Scale Forestry (SSF) zeichnet sich durch leichte Geräte und Maschinen aus, die in der Regel in der semi- bis nicht professionellen Holzernte zum Einsatz kommen. Dem vergleichsweise niedrigen Anschaffungspreis und dem zweifelsohne bestehenden Vorteil der Leichtigkeit derartiger Geräte und Maschinen stehen aber folgende gravierende Nachteile gegenüber:
  • unzureichend Leistungsreserven
  • damit oft einhergehend unzureichende Standards der Arbeitssicherheit und  Ergonomie
  • höhere Boden- und Bestandesbelastung und
  • höhere Kosten aufgrund der geringeren Arbeitsproduktivität.
Dieser Sachverhalt und die bestehenden Risiken für Mensch, Umwelt und Geldbeutel müssen dem Anwender derartiger Technik gegenwärtig sein.

Da Verfahren mit  Klein-Technik sich im Ablauf und in ihrer Anwendung nicht grundsätzlich von Verfahren mit professioneller Technik unterscheiden, wird die in dieser Plattform angebotene  Verfahrensauswahl nicht um Verfahren mit Klein-Technik erweitert. Es werden also nur Arbeitsverfahren mit professioneller Technik beschrieben, da anderenfalls eine kontraproduktive Vielzahl und Unübersichtlichkeit entstünde.